HEISSLUFTFÖN RELOADED

Schon Papa wusste, dass man mit so einem Heißluftfön nicht nur Farbe entfernen oder Schläuche schrumpfen konnte, sondern auch den Grill anbekam. Ziemlich gut sogar, zumindest, solange nix auf dem Rost lag, was man ansonsten mit der Asche vollblasen konnte. Allerdings konnten wir nach so ungefähr zehn Einsätzen den Heißluftfön wegschmeißen, weil sich der Kunststoff im Bereich der Düse grundsätzlich verformt oder gleich ganz verabschiedet hatte.

Nun ist der Looftlighter angetreten, dieses Problem zu lösen. Das Teil sieht aus wie eine Mischung aus Lockenstab und Baustellenlampe, ist aber noch effektiver als ein Anzündkamin. Zumindest, wenn eine Steckdose da ist. Sonst kann man mit dem Looftlighter bestenfalls versuchen, Funken zu schlagen. Aber wenn das Teil unter Strom steht, reichen wenige Minuten, um jegliche Art von Kohle auf Temperatur zu bringen. Selbst die nicht ganz so leicht entflammbaren Kokos- oder Bambus-Briketts stellen kein Problem dar. Besonders beeindruckend: Im Big Green Egg Mini reichen etwa drei Minuten heiße Luft, um ein wahres Höllenfeuer zu entfachen (erstaunlich, dass man doch mal nützliche heiße Luft produzieren kann). Durch die Bauweise ist das Verkokeln des Gehäuses Geschichte, und verbrannte Finger holt man sich auch nicht. Lediglich beim Nachlegen und Nachfeuern gilt es aufzupassen, da der Looftlighter schon ordentlich Asche aufwirbelt. Grillgut und Rost sollten weit genug weg sein oder mit Alufolie abgedeckt werden. Geht ja fix.

Der Looftlighter ist also ein cooles Anzündgerät; wenn Strom da ist, noch unkomplizierter als jeder AZK. Übrigens sind die Stromkosten kein Thema, je nach Kohlemenge kostet das Anzünden zwischen zwei und fünf Cent. Da ist jeder konventionelle Anzündwürfel teurer. Übrigens – der Looftlighter selbst kostet so um die 60 bis 70 Euro. Kein Schnäppchen, aber eine gute Investition.