meatup_cgn – Familientreffen am Rhein

Wenn man versucht, jemanden zu erklären, was das meatup_cgn ist, fällt das gar nicht so leicht. Google bringt einen hier auch nicht so richtig weiter, zumindest auf den ersten Blick nicht. Auf den zweiten Blick schon, den man findet ein Londoner BBQ-Restaurant namens meatup, dass ziemlich sicher unfreiwillig, aber doch sehr passend, im Titel seiner Webseite eine schöne Erklärung liefert: „A little social grilling“. Nochmal: Dieses Restaurant ist sicher nicht der Erfinder des meatup_cgn, aber, das mit dem kleinen sozialen Grill-Event kommt schon ganz gut hin. Es hat so ein wenig was von einem Popup-Restaurant, dessen Fokus auf Grillen und BBQ liegt. Mit dem Unterschied, dass die Besucher kein Geld für das Essen bezahlen müssen. Wem das alles zu hip klingt, der darf auch gerne von einer öffentlichen Grillparty sprechen, zu der jeder sein Fleisch mitbringt. Wie damals zu Schulzeiten am Rheinufer oder im Park, allerdings mit einem anderen Qualitätsanspruch als früher. Sowohl beim Grillgerät als auch bei den Lebensmitteln. Denn ging es damals um eine halbwegs essbare Grundlage, damit das begleitende Wirkungstrinken nicht vor der Zeit abgebrochen werden musste, geht es beim meatup um Genuss und Kreativität. Dazu braucht es dann vielleicht auch mehr als nur den 5-Euro-Dreibeiner, weshalb sich Veranstalter Martin Block, gleichzeitig auch Küchenchef der „Fetten Kuh„, um adäquates Equipment gekümmert hatte. Es standen Grills von Brennwagen, Otto Wilde Grillers, Big Green Egg und Monolith zur Verfügung; ein paar Teilnehmer hatten auch noch eigenes Gerät mitgebracht. Das also hatte mit der Oberstufenparty auf der Wiese also so gar nichts mehr zu tun.

Was allerdings bei den bisherigen meatups von besagter Party geblieben war, war der Park als Location. Aber jetzt, zum 18. metaup_cgn am 19, November, ist man dann doch lieber umgezogen. Und zwar ins Pe303 von Sebastian Morgenstern, eine Eventlocation in den Kölner Kranbauten. Eine, wie der Tag zeigte, sehr sinnvolle Entscheidung, weil es dort eine Terrasse mit bei Bedarf ausfahrbarer Überdachung gibt. Und der Bedarf war mehr als einmal da. Davon abgesehen darf man sich, wenn man 18 wird, ja auch mal eine Party in stilvollem Ambiente gönnen. Und man darf endlich Hochprozentiges trinken, weshalb auch das Motto dieses meatup „Grillen mit Spirituosen“ lautete. Die Teilnehmer, darunter doch einige in der Welt des Grillens bekannte Gesichter, hatten das auf ganz unterschiedliche Weise interpretiert. Angesichts des momentanen Hypes standen – kaum verwunderlich – Gin-Marinaden recht hoch im Kurs. Aber auch Whiskey oder Calvados waren vertreten, ebenso eher untertourige Getränke wie Sake oder Cidre. Und auch manches Gericht ganz ohne Alkohol, denn das meatup ist ja nicht nur ein kleines Treffen der Griller-Familie, sondern tatsächlich auch ein wenig ein Familienevent. Es sind also Kinder anwesend, die vielleicht als Zielgruppe für manches spritlastige Gericht nicht unbedingt in Frage kommen. Aber das ist okay, denn schließlich geht es beim meatup nicht um Leistungsdruck oder Schaulaufen, sondern einfach darum, die Lust am Grillen mit anderen zu teilen. Und das gelang bei 18. meatup_cgn in trotz des Wetters sehr entspannter Atmosphäre. Die relative Enge der Terrasse wirkte sich da keineswegs negativ aus; kompakt, aber nicht gedrängt. Und wo gerade ein Grill frei war, da stellte sich irgendwer mit seiner Tupperschüssel oder Thermobox hin, und zauberte. Und wer gerade das Glück hatte, da zu stehen, wenn etwas fertig war, konnte auch gleich probieren. Dieses Grill-Sharing-Konzept setzte logischerweise low & slow gegarten Gerichten eher Grenzen; kurz gegrilltes Fingerfood stand dagegen ganz hoch im Kurs. Es würde den Rahmen sprengen, hier alle Leckereien zwischen Flank-Steak, Schweinerücken, Chorizo oder Kachelfleisch aufzuzählen. Fest steht aber, dass wohl keiner hungrig nach Hause ging. Und angesichts der Qualität dessen, was da auf dem Grill landete, nicht nur gesättigt, sondern auch wirklich gut gesättigt. Mit der Betonung auf „gut“. Also ein wirklich gelungener Event, eben „a little social grilling“.

Übrigens stet am 7. Januar 2018  das nächste meatup in Köln an. Schon mal vormerken.

Und noch ein paar schöne Bewegtbilder